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Es fehlt an Zeit für Klient/innen
hinzugefügt am 23-07-2015 von Melzer // twitter - facebook - xing - google+ - ticker
Bundestagsabgeordnete Eva Högl (SPD) beim Praxistag in Berliner Betreuungsbüro

„Ihre Kritik an den Rahmenbedingungen ist mehr als berechtigt. Sie haben zu wenig Zeit für Ihre Klienten.“ Die Bundestagsabgeordnete Dr. Eva Högl (SPD) will den Bundesverband der Berufsbetreuer/innen in seinem Engagement für bessere Rahmenbedingungen unterstützen. Dies kündigte die Politikerin im Rahmen eines Praxistages an, den sie im Büro des Berliner Landesgruppensprechers Thomas Behrendt absolvierte. „Es ist evident, dass sich in den vergangenen zehn Jahren die Anforderungen an die Berufsbetreuung massiv erhöht haben, Sie arbeiten aber weiter zu den gleichen Konditionen. Darunter wird auf Dauer die Qualität leiden“, so Högl.

Thomas Behrendt unterstützt viele Klientinnen und Klienten mit Doppeldiagnosen. Menschen, bei denen beispielsweise eine psychische Erkrankung mit einer Sucht einhergeht: „Diese Fälle sind komplex. Mit durchschnittlich 3,2 Stunden pro Mensch und Monat, die ich abrechnen darf, komme ich nicht aus. Das Vergütungssystem berücksichtigt weder die Komplexität eines Einzelfalls noch die Aufgabenkreise, die ich als Betreuer erfülle. Es richtet sich lediglich danach aus, ob ein Klient im Heim lebt oder in der eigenen Wohnung, ob er vermögend ist oder mittellos.“

Konsens zwischen Högl und Behrendt bestand auch darüber, dass die Professionalisierung der Betreuung ein überfälliger Schritt hin zu mehr und verlässlicher Qualität ist. Dazu Eva Högl: „Ich bin eine Freundin von Standards. Klare Rahmenbedingungen sind wichtig. Für die Betroffenen geht es um sehr viel – etwa um Eingriffe in Grundrechte. Jeder einzelne Betreute muss sich darauf verlassen können, dass sein Berufsbetreuer ein Set an Qualifikationen mitbringt.“

Der BdB engagiert sich seit Jahren dafür, dass der Zugang zum Beruf Betreuer durch eine qualifizierte Ausbildung geregelt und verbindliche Standards für die Berufsausübung geschaffen werden. Thomas Behrendt „Wir brauchen eine anerkannte Fachlichkeit und Methodik, die für alle Kolleginnen und Kollegen verpflichtend ist.“

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