Zurück : Infocenter : Nachricht
Depression - eine Volkskrankheit?
hinzugefügt am 25-03-2015 von Warras // twitter - facebook - xing - google+ - ticker
Betreuertag in Ostfildern rückt das Tabuthema ins Rampenlicht

Ostfildern/Freiburg, 19. März 2015 – Depressionen gehören zu den häufigsten und am meisten unterschätzten Krankheiten. Jede fünfte Deutsche erkrankt einmal in seinem Leben an einer behandlungsbedürftigen Depression. Vier Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, schätzt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Doch trotz der hohen Fallzahlen – die Krankheit ist nach wie vor ein Tabuthema.



Die BdB-Landesgruppe Baden-Württemberg hat nun einen Beitrag dazu geleistet, dies zu ändern und stellte das Tabuthema „Depression“ in den Mittelpunkt des Betreuertags in Ostfildern. Berufsbetreuer/innen aus ganz Baden-Württemberg nahmen teil.



Depressionen können das Ergebnis schwieriger Lebensverhältnisse sein; sie sind teilweise auch genetisch bedingt. Die Krankheit ist vielschichtig, ihre Ursachen so zahlreich wie die Therapien. „Nur wenige Betroffene erhalten eine optimale Behandlung“, sagte Dr. Gert Wagner, leitender Oberarzt des Klinikums am Weissenhof in Weinsberg. Entscheidend für den Erfolg sei eine gründliche und präzise Diagnose. „Sie ist die halbe Miete“, so Wagner weiter. “Eine falsche Diagnose kann verheerende Folgen haben. Beispielsweise bei sogenannten bipolaren Störungen, die den Patienten zwischen himmelhoch jauchzend und zum Tode betrübt schwanken lassen. Nicht erkannt und mit Antidepressiva behandelt, können die Medikamente die manischen Phasen sogar noch verstärken, anstatt den Betroffenen ins Gleichgewicht zu bringen.“



Dem Referat des Experten schloss sich eine Diskussionsrunde mit zahlreichen Fragen an. Denn viele Betreuerinnen und Betreuer haben Klienten, die mit Depressionen kämpfen. Sie agieren an einer Schnittstelle zwischen Klient und Arzt. Ein gut informierter, aufmerksamer Betreuer kann für seinen Klienten von großem Wert sein, um mit der Krankheit umzugehen: „Für meinen Betreueralltag habe ich durch Dr. Wagner heute ein gutes Rüstzeug erhalten“, bilanzierte Klaus Fournell von der BdB-Landesgruppe Baden-Württemberg. „Viele unserer Klienten sind betroffen, deswegen werden wir das Thema weiterverfolgen – auch um die Volkskrankheit Depression endlich aus der Tabu-Ecke zu holen.“



Pressekontakt:

nic communication & consulting | Bettina Melzer

Tel: 030 – 23 63 55 46 | mobil: 0163 – 575 1343 | Email: bm@niccc.de



Über den BdB:

Der Bundesverband der Berufsbetreuer/innen e.V. (BdB) zählt mehr als 6.500 Mitglieder. Er ist die größte Interessenvertretung des Berufsstandes "Betreuung". Der BdB vertritt die Interessen seiner Mitglieder in bundes- und landespolitischen Gremien. Der Verband fördert die Professionalisierung von Berufsbetreuung und verfolgt das politische Ziel, Betreuung als anerkannten Beruf zu etablieren. Er setzt sich für die Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Betreuungsarbeit ein. Der BdB bietet Service- und Dienstleistungen wie Rechtsberatung, unterstützende PC-Software oder Versicherungsleistungen.