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Inklusives Wohnprojekt wird am 2. November eröffnet – ohne Kostenzusage für die Betreuung der Männer und Frauen
hinzugefügt am 04-11-2012 von Warras // twitter - facebook - xing - google+ - ticker
Am 2. November 2012 um 13.30 Uhr wird der Elternverein „Zukunftssicherung Berlin e.V. für Menschen mit geistiger Behinderung“ in der Straße Im Mühlenfelde 3-5 in Berlin-Zehlendorf ein Wohnvorhaben für Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen eröffnen. Anlässlich der Eröffnung verweist der Verein auf Probleme bei der Umsetzung von Inklusion und fordert mehr Unterstützung für die Betroffenen.

In dem Wohnkonzept werden Menschen mit unterschiedlichen geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen gemeinsam leben können, unabhängig davon wie viel Assistenz jede und jeder benötigt. Gleichzeitig werden in dem Haus auch Menschen ohne Behinderung leben. Ziel ist ein echtes „inklusives Wohnen“ anzubieten und damit einen entscheidenden Schritt zur Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu gehen. Die UN-Konvention wurde vom Bundestag 2009 ratifiziert.

Der Berliner Staatsekretär für Soziales Michael Büge (CDU) unterstützt das Projekt: „Dies ist ein innovatives Wohnprojekt, mit dem neue Wege gegangen werden. Der Alltag von Menschen mit und ohne Behinderungen und damit ein Stück auch unsere Stadt wird sich durch dieses Beispiel gelebter Inklusion verändern.“

Obwohl das Projekt viele Fürsprecher und Unterstützer hat, zeigt es sich, wie schwer in Deutschland eine Realisierung solch neuer Wohnformen ist. Die Finanzierung ist durch die Beantragung eines „Persönlichen Budgets“  möglich. Das heißt konkret: Ein Menschen mit Behinderung hat seit 2008 einen gesetzlichen Anspruch von seinem Fallmanager entsprechend seines Hilfsbedarfs einen Geldbetrag zur Verfügung gestellt zu bekommen, mit dem er oder sie die individuell notwendige Unterstützung selber einkaufen kann. In der Praxis wird bisher dieser Finanzierungsweg  in Berlin und auch bundesweit wenig angewandt. Die Konzeption und Finanzierungsform des Projektes in diesem Umfang sind innovativ. Die Fallmanager in den Bezirksämtern verfügen jedoch nicht über das notwendige Handwerkszeug, die Anträge zu bearbeiten, da die entsprechenden Leitlinien noch gar nicht entwickelt worden sind.

Für das inklusive Wohnprojekt der „Zukunftssicherung Berlin e.V.“ heißt das: Die Menschen mit Behinderung werden also vorerst ohne gültige Bescheide einziehen, der gemeinnützige Träger finanziert vor, für ihn -zurzeit ein nicht kalkulierbares finanzielles Risiko.

„Wir geben nicht auf“, sagt Projektleiter Olaf Seidler der „Zukunftssicherung Berlin e.V“. Seit 2008 arbeite der Verein gemeinsam mit den Eltern und auf deren Initiative hin an dem Projekt. „Der Anspruch auf das persönliche Budget ist seit 2008 im Sozialgesetzbuch verankert. Es wurde bisher eindeutig versäumt, den Rahmen zur Ausführung des Gesetzes so zu gestalten, dass die Bezirke und Fallmanager rechtssicher handeln können“, sagt Seidler.

Sie sind herzlich eingeladen, das Projekt zu besichtigen und darüber zu berichten. Die Eröffnung findet statt am
Freitag, 2. November 2012 ab 13.30 Uhr
Im Mühlenfelde 3-5, 14167 Berlin

Kontakt: Olaf Seidler
mail: oseidler@zukunftssicherung-ev.de
Tel.:030/ 2219130029
mobil 0162/3308671