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Diakonie fordert mehr Unterstützung für Opfer von Jugendgewalt
hinzugefügt am 26-10-2012 von Warras // twitter - facebook - xing - google+ - ticker
In ganz Deutschland berichten Medien über die zunehmende Jugendgewalt in Berlin. Jüngst gab es erste Festnahmen im Fall des am Alexanderplatz zu Tode geprügelten Jugendlichen. Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. (DWBO) fordert anlässlich der aktuellen Fälle, die Opfer in den Mittelpunkt zu stellen.

„Täglich werden Kinder und Jugendliche Opfer von Gewalt. Sie brauchen Hilfe, wenn sie auf dem Schulhof bedroht oder auf dem Nachhauseweg überfallen und geschlagen werden“, sagt Diakoniedirektorin Susanne Kahl-Passoth. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Angehörigen“, so die Theologin. Auch Mobbing im Internet und das „Abziehen“ von beispielsweise Jacken sei ein Problem.

Das Diakonische Werk verweist auf das Projekt „Erste Hilfe bei Gewalt“, in dem Kinder und Jugendliche, die Opfer von Gewalt werden, und deren Eltern beraten und begleitet werden. Telefon- und Online-Beratung, Workshops zum Umgang mit Gefahrensituation und Begleitung vor Ort, um das Erlebte verarbeiten zu können, bietet die Diakonie an. Auch im sozialen Netzwerk Facebook sind die Mitarbeitenden für die Opfer da. Bereits 2.000 Nutzerinnen und Nutzer tauschen sich dort aus. Betroffene können sich unter http://www.erste-hilfe-bei-gewalt.de/home informieren.

„Solche Projekte sind unglaublich wichtig“, sagt Kahl-Passoth. Allerdings sei die Finanzierung schwierig. Das Projekt "Erste Hilfe bei Gewalt" ist durch Aktion Mensch für eine Laufzeit von drei Jahren als Modellprojekt finanziert und läuft Ende des Jahres aus. „Hier ist der Senat gefragt, das gewonnene Wissen nicht untergehen zu lassen“, fordert die Diakoniedirektorin. Es fehle an einem System der Abstimmung und Finanzierung der verschiedenen Betreuungsangebote in der Stadt. Genau da sollte der neue Opferbeauftragte ansetzen. Mit der Bildung und Pflege eines Opfer-Hilfe-Netzwerkes würde er eine sinnvolle Aufgabe erhalten. „Die Diakonie steht bereit, um mitzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass gerade junge Opfer von Gewalt ihre Erfahrungen verarbeiten könnten und so zurück ins Leben finden.“


Berlin, den 26.10.2012


Kontakt:
Lena Högemann, Pressesprecherin
Telefon: 030 – 820 97-110
Mobil: 0173 – 603 33 22
diakonie-pressestelle@dwbo.de