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Familienministerin Schäfer stellt erste repräsentative NRW-Studie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Sicht der Beschäftigten vor
hinzugefügt am 12-10-2011 von Warras // twitter - facebook - xing - google+ - ticker
Familienministerin Ute Schäfer hat heute in Düsseldorf die erste repräsentative NRW-Studie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Sicht der Beschäftigten vorgestellt. Als zentrales Ergebnis bezeichnete Schäfer, dass 60 Prozent der Befragten erklärten, die Möglichkeit, Familie und Beruf miteinander zu verbinden, habe sich in den vergangenen Jahren in Nordrhein-Westfalen zwar grundsätzlich verbessert, bei konkreten familienfreundlichen Maßnahmen sei allerdings noch viel zu tun.

"Die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind auf einem guten Weg, allerdings noch lange nicht am Ziel angekommen. Vor dem Hintergrund der bekannten demografischen Entwicklung müssen die Unternehmen bereits heute und zukünftig noch mehr verstärkt Frauen für den Arbeitsmarkt gewinnen. Voraussetzung dafür sind - und zwar in allen Positionen - familienfreundliche Rahmenbedingungen. Deshalb haben sich inzwischen immer mehr Unternehmen und Verwaltungen zum Ziel gesetzt, ihre Personalpolitik familienbewusst auszurichten", erklärte Schäfer.

Inwieweit das in Nordrhein-Westfalen aus Sicht der Beschäftigten tatsächlich gelingt, hat das Familienministerium jetzt erstmalig im Rahmen einer repräsentativen Studie vom "Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik" an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster unter der Leitung von Prof. Dr. Irene Gerlach untersuchen lassen. Mit der Studie sind erstmals in einem Bundesland auf Basis einer repräsentativen Stichprobe 1.000 Beschäftigte selbst zu Wort gekommen. Gefragt wurde, wie sie aus heutiger Sicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in ihrem Unternehmen beurteilen.

Auf den ersten Blick erstaunlich ist dabei die deutlich unterschiedliche Bewertung der Vereinbarkeitsfrage durch Männer. "Männer beurteilen die Möglichkeit, in ihrem Unternehmen Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können, deutlich negativer als Frauen. Und das, obwohl in der Regel immer noch die Frauen die damit verbundene Mehrbelastung zu tragen haben. Dieser scheinbare Widerspruch erklärt sich dadurch, dass Frauen in der überwiegenden Mehrzahl unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen in den meisten Unternehmen die Teilzeit als einzige Möglichkeit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für sich erkennen", sagte Schäfer. Da es mittlerweile einen rechtsverbindlichen Teilzeitanspruch gebe, beurteilten Frauen die Situation positiver. "Für Männer hingegen stellt Teilzeit keine Option dar", erklärte Schäfer. Sie beantworteten die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter dem Gesichtspunkt, beides in Vollzeitbeschäftigung miteinander verbinden zu können. Und da falle die Antwort immer noch negativ aus.

"Frauen sind demnach eher bereit, sich zu arrangieren, auch wenn sie dadurch Nachteile erfahren. Denn dauerhafte Teilzeit ist für viele Frauen keine wirkliche Chance, sondern eine Sackgasse, die in Karriereknick und Altersarmut münden kann", so die Ministerin. Hier gelte es neue Modelle zu entwickeln, die eine tatsächliche Parallelität von Familie und Beruf ermöglichten. "Einen Ansatz dazu bietet beispielsweise die so genannte vollzeitnahe Teilzeit im Umfang von rund 30 Wochenstunden. Zeitliche Entlastung können zudem ebenso Arbeitszeitkonten wie auch die Arbeit im Home Office schaffen, die eine flexiblere Einteilung der Arbeitszeit orientiert an den Erfordernissen der Familien erleichtern. Mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung und dem Arbeitsort, mehr konkrete Hilfestellungen bei der Betreuung und bei der Haushaltsbewältigung - das sind Aufgaben, die sich aus den Antworten der Beschäftigten ableiten lassen. Das Reden über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war und ist wichtig, nun ist allerdings auch konkretes Handeln angezeigt. Wir werden als Landesregierung weiterhin die Wirtschaft dabei unterstützen", sagte Schäfer.

Repräsentative Beschäftigtenbefragung "Familienbewusstes NRW - Was tun Unternehmen?" (Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP), Westfälische Wilhelms-Universität Münster / Steinbeis-Hochschule Berlin) zum Herunterladen: