Positionspapier zur Digitalisierung der Sozialwirtschaft veröffentlicht - Verband lädt zu offenem Austausch ein

hinzugefügt am 06-07-2016 von Warras

Berlin. Nach Ansicht des Fachverbandes Informationstechnologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung FINSOZ e.V. wird die Dynamik der Digitalisierung in weiten Bereichen der Sozialwirtschaft derzeit noch unterschätzt.

Ähnlich wie in anderen Branchen würden, so der Verband, bereits in naher Zukunft viele Arbeitsformen und Geschäftsmodelle in Frage gestellt. Erste Beispiele zeigten bereits, dass diese Veränderungen auch vor haushaltsnahe und personenbezogene Dienstleistungen nicht Halt machen und Sensorik oder Robotik bereits Einzug in die Branche halten. Der Verband sieht in der Digitalisierung vorrangig Chancen, die gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und mehr Chancengleichheit zu ermöglichen, er warnt jedoch auch vor den Gefahren für die Privatsphäre und Würde des Menschen.

Das jüngst veröffentlichte Positionspapier kann kostenfrei heruntergeladen werden unter www.finsoz.de

Handlungsbedarf sieht FINSOZ auf allen Ebenen des sozialen Dienstleistungssektors: Einrichtungen und Verbände der Leistungsträger müssten sich ebenso aktiv damit befassen wie Sozialpolitik und Sozialverwaltung. Allein durch die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen mit modernen Instrumenten lassen sich in den Sozialbudgets hohe Millionenbeträge einsparen.

In der praktischen Sozialarbeit und Pflege könne die Digitalisierung zu neuen, partizipativen Formen des Kontaktes mit Klienten und Angehörigen führen und den Fachkräftemangel kompensieren. Ebenso böten sich in der Gewinnung von Ehrenamtlichen und der Kommunikation mit Spendern zahlreiche Chancen. Daher müsse sich auch die Ausbildung in allen Sozialberufen diesem Thema deutlich stärker stellen.

FINSOZ appelliert an alle verantwortlichen Akteure des sozialen Sektors, Digitalisierung als strategisches Thema zu begreifen, sich aktiv zu informieren und konkrete Handlungsschritte einzuleiten. Dabei gilt es zunächst, die eigene Informationstechnologie zukunftsfähig auszurichten und in Projekten neue Wege zu erproben.

In dem 2010 gegründeten gemeinnützigen Fachverband sind gleichermaßen soziale Organisationen unterschiedlicher Träger, öffentliche Verwaltungen, IT-Anbieter und Wissenschaftler organisiert. Er sieht sich als Plattform, um digitale Strategien zu diskutieren und konkrete Handlungsschritte einzuleiten. FINSOZ lädt alle Verantwortlichen der Branche zu einer Diskussionsveranstaltung am 25. November 2016 in Berlin ein. Nähere Informationen unter www.finsoz.de

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