Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) betont die Vorbildfunktion der Erwachsenen.

hinzugefügt am 22-12-2014 von Warras

Weihnachten, Silvester, die Fest- und Familientage werden mit Geselligkeit, gutem Essen und Trinken verbunden. Schnell wird vergessen, dass Alkohol ein Rauschmittel und Nervengift ist und darum für Minderjährige ungeeignet. Alkohol schädigt jeden Organismus und Minderjährige sind noch einmal besonderen Gefahren ausgesetzt. Ihr geringeres Körpergewicht führt schneller zur Vergiftung, ein noch nicht ausgereiftes Gehirn wird noch schneller durch Alkohol geschädigt.

Eltern und andere Erwachsene sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst werden. Dr. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der DHS: „Wenn Sie sich betrinken, lassen Sie die Kinder aus dem Spiel!“

Für alle gilt, wirksamen Jugendschutz konsequent umzusetzen: Kein Alkohol unter 18 Jahren! Und die Empfehlung gilt auch für Schwangere, für Verkehrsteilnehmer und für Menschen, die gleichzeitig Medikamente einnehmen.

Über 96 % der 18- bis 64-Jährigen trinken Alkohol. 7,4 Mio. Bundesbürger im Alter von 18 bis 64 Jahren konsumieren Alkohol mit hohem Risiko für ihre Gesundheit. Und rund 1,8 Mio. dieser Altersgruppe sind abhängig. Jährlich muss mit etwa 74.000 vorzeitigen Todesfällen gerechnet werden, die allein durch Alkohol oder durch den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht sind.

Jährlich werden mehr als 2.000 Neugeborene mit einem Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) und mehr als 10.000 mit fetalen Alkoholeffekten (FAE) geboren. 56 % der Bevölkerung wissen nicht, dass Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu bleibenden Schäden beim Kind führen kann.

Etwa 2,6 Mio. Kinder leben in suchtbelasteten Familien - mit Auswirkungen auf die seelische und körperliche Gesundheit. Das Zusammenleben mit suchtkranken Eltern ist geprägt von widerstrebenden Gefühlen, psychischer und körperlicher Gewalt und führt nicht selten zu absoluter Verunsicherung und Einsamkeit. Gerade Weihnachten und Silvester werden oft mit großen Erwartungen verbunden. Das gilt auch für Familien mit hohem Alkoholkonsum zu den Festtagen.


Weitere Informationen: www.dhs.de

(c) 2017 NETZ SOZIAL
www.netz-sozial.de