BDH Bundesverband Rehabilitation rückt Autismus in den Fokus

hinzugefügt am 03-04-2012 von Warras

Es gibt nur wenige Krankheitsbilder, die das soziale Umfeld Betroffener so stark beanspruchen wie die Wahrnehmungsstörung, die in ihrer leichten Form als „Asperger-Syndrom“ oder allgemein unter dem Begriff „Autismus“ bekannt ist. Der Tag des Autismus am 02. April 2012 rückte die Krankheit wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die in aller Regel in den ersten drei Lebensjahren festgestellt wird und ein breites Wirkungsspektrum von der sog. Inselbegabung bis hin zu schwersten geistigen Behinderungen umfassen kann. Menschen mit diesen Störungen weisen unter anderem neuropsychologische Dysfunktionen und Dysregulation auf. Unter 1.000 Menschen leben sechs bis sieben Betroffene, denen es schwer fällt, normale Beziehungen zu Menschen zu pflegen. Aus dieser Problematik erwächst ein erheblicher Betreuungsbedarf, der sowohl medizinische als auch sozial-integrative Aspekte umschließt. Gerade junge Betroffene können mit gezielter Förderung eine Aufwertung ihrer individuellen Lebensqualität erfahren. Die Abteilung der Medizinische-beruflichen Rehabilitation (MBR) der BDH-Klinik Vallendar verstärkt die medizinischen und integrativen Bemühungen um junge Patienten, die unter den Folgen autistischer Erkrankung leiden. Aktuell arbeitet das Klinikteam in der MBR mit Rehabilitanden mit Asperger-Syndrom und mit Betroffenen mit der Diagnose eines hochfunktionalen Autismus. Ziel sind berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, die einen selbstbestimmten Lebensalltag fördern.
Lothar Lehmler, pädagogischer Leiter der MBR, setzt sich für regelmäßige Weiterbildung des Klinikteams ein, um den Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden: „Schulungsmaßnahmen für unser 22-köpfiges Team sind wichtig, um die Therapie immer weiter voranzutreiben. Alle müssen Hand in Hand arbeiten. Jeder bringt sein Wissen ein und hilft bei der Integration von Menschen mit Handicap. Dabei bündeln wir unsere Erfahrungen aus der Rehabilitationspraxis zur Strukturierung des Alltags unserer Rehabilitanden und helfen Angehörigen und Betreuer bei der Bewältigung des komplexen Alltags mit Betroffenen.“
Der BDH Bundesverband Rehabilitation setzt sich für die Umsetzung der Richtlinien der UN-Behindertenrechtskonvention ein und pocht auf die Rechte von Menschen mit Behinderung: „Für uns gehören Menschen mit Handicap in die Mitte der Gesellschaft“, so Lehmler. „Unsere Bemühungen zielen darauf ab, Betroffenen faire Teilhabechancen und ein Leben in Würde und Selbstbestimmung zu bereiten.“
Über den BDH Bundesverband Rehabilitation
Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten. Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Ortenau in Offenburg.

Kontakt:
BDH Bundesleitung
V.i.S.d.P.: Lothar Lehmler
Eifelstr. 7, 53119 Bonn
tel 0228-96984-0 fax 0228-96984-99
mail presse@bdh-bonn.de
www.bdh-reha.de

(c) 2017 NETZ SOZIAL
www.netz-sozial.de